Nebenkosten im Überblick
Beim Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung in Hamburg müssen Sie neben dem eigentlichen Kaufpreis mit erheblichen Nebenkosten rechnen. Diese lassen sich in vier Hauptpositionen unterteilen:
- •Grunderwerbsteuer: 5,5 % des Kaufpreises
- •Notar- und Beurkundungskosten: ca. 1,5 % des Kaufpreises
- •Grundbucheintragung: ca. 0,5 % des Kaufpreises
- •Maklercourtage: in der Regel 3,57 % inkl. MwSt. (Käuferanteil)
In Summe ergeben sich damit Kaufnebenkosten von rund 10 bis 11 Prozent des Kaufpreises. Bei einer Immobilie für 500.000 Euro bedeutet das zusätzliche Kosten von 50.000 bis 55.000 Euro, die Sie bei Ihrer Finanzierung einplanen sollten.
Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer ist der mit Abstand größte Nebenkosten-Posten. In Hamburg beträgt sie 5,5 % des notariell beurkundeten Kaufpreises. Die Steuer wird vom Finanzamt erhoben und ist in der Regel innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheids fällig.
Wichtig: Erst nach Zahlung der Grunderwerbsteuer stellt das Finanzamt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Ohne dieses Dokument kann die Eigentumsumschreibung im Grundbuch nicht erfolgen. Es empfiehlt sich daher, den Betrag frühzeitig bereitzuhalten.
Notar- und Beurkundungskosten
In Deutschland ist ein Immobilienkauf nur mit notarieller Beurkundung wirksam. Der Notar entwirft den Kaufvertrag, beurkundet die Unterschriften, wickelt den Eigentumsübergang ab und kümmert sich um die Eintragung im Grundbuch.
Die Notarkosten richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und betragen in der Regel ca. 1,0 bis 1,5 % des Kaufpreises. Im Einzelfall hängt die Höhe vom Umfang der Beurkundung ab — etwa ob eine Grundschuld für die Finanzierung eingetragen wird oder ein Vorkaufsrecht besteht.
Grundbuchkosten
Für die Umschreibung des Eigentümers im Grundbuch und die Eintragung einer Grundschuld (Finanzierung) fallen zusätzliche Gebühren an. Diese betragen in der Regel ca. 0,5 % des Kaufpreises. Der Notar veranlasst die Grundbucheinträge, das Grundbuchamt erhebt die Gebühren separat.
Maklercourtage
Seit Dezember 2020 gilt bei Wohnimmobilien-Käufen in Deutschland das Prinzip der geteilten Maklerprovision. Das bedeutet: Beauftragt der Verkäufer den Makler, darf der Käufer maximal denselben Anteil zahlen wie der Verkäufer.
In Hamburg ist eine Gesamtcourtage von 6,25 % inkl. MwSt. üblich, die je zur Hälfte auf Käufer und Verkäufer aufgeteilt wird — also jeweils ca. 3,125 %. In manchen Fällen beträgt die Gesamtcourtage 7,14 %, was zu einem Käuferanteil von 3,57 % führt.
Beispielrechnung: Hauskauf für 600.000 Euro in Hamburg
Angenommen, Sie kaufen ein Einfamilienhaus in Hamburg-Eimsbüttel für 600.000 Euro. Dann ergeben sich folgende Nebenkosten:
Weitere mögliche Kosten
Je nach Situation können noch zusätzliche Ausgaben anfallen:
- •Gutachten: Ein unabhängiges Wertgutachten kostet ca. 1.000 bis 3.000 Euro und kann bei älteren Immobilien sinnvoll sein.
- •Renovierung / Sanierung: Kosten für Modernisierungen, die direkt nach dem Kauf nötig werden, sollten im Budget berücksichtigt werden.
- •Finanzierungskosten: Bereitstellungszinsen, Schätzkosten der Bank oder Kontoführungsgebühren des Darlehenskontos.
- •Umzug: Je nach Umfang zwischen 1.000 und 5.000 Euro.
Tipps zur Kostenplanung
Damit Sie beim Hauskauf nicht von den Nebenkosten überrascht werden, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:
- Eigenkapital aufbauen: Planen Sie mindestens die kompletten Nebenkosten aus Eigenmitteln ein. Die meisten Banken finanzieren Nebenkosten nicht mit.
- Puffer einkalkulieren: Rechnen Sie mit 12 bis 15 % Nebenkosten statt nur 10 %, um Renovierungen und unvorhergesehene Ausgaben abzudecken.
- Finanzierung frühzeitig klären: Holen Sie vor der Immobiliensuche eine Finanzierungszusage Ihrer Bank ein. So wissen Sie genau, welchen Kaufpreis Sie sich leisten können.
- Professionelle Beratung: Ein erfahrener Immobilienmakler kennt den lokalen Markt und kann Sie beim gesamten Kaufprozess unterstützen.
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